Weimar Publik

So heißt die Inter­net­plat­tform der „Ini­tia­tive Stadt­fo­rum“. Die war bekan­nter­maßen für die irreführende Visu­al­isierung des zukün­fti­gen Bauhaus-Muse­ums in Weimar ver­ant­wortlich.

Ein Blick auf diese Seite lässt nun den besagten Bilder­fake ver­mis­sen. In der Rubrik „Presse/Zitate“ ist er nicht mehr zu finden. Dafür  prangt er noch in der Rubrik »Kritik/Vorschläge/Meinungen«.

So richtig wurde also nicht wirk­lich kor­rigiert. Und es geht noch weiter. Sobald man die Rubrik „Fakten/Geschichte“ besagter Plat­tform aufruft, ist der Siegeren­twurf von Heike Hanada zu sehen. Allerd­ings in ähn­licher verz­er­rter Manier wie neulich.

Denn die Model­lauf­nahme des zukün­fti­gen Muse­ums in seinem Umfeld zeigt erneut eine manip­ulierte Darstel­lung des Entwurfs. In dieser Mod­el­l­land­schaft erhebt sich der Muse­um­sneubau auf das Höhen­niveau des Stu­den­ten­wohn­heims „Langer Jacob“.

Kom­men­tiert wird die Auf­nahme wie folgt: „Model­lauf­nahme des einge­set­zten Siegeren­twurfs, (aus­gestellt im Bauhaus­mu­seum am The­ater­platz). Nicht ganz aus Augen­höhe fotografiert“.

Let­zteres kann man in der Tat mehr als nur wörtlich nehmen. Denn hier wurde die Dig­italk­a­m­era gle­ich mal während der Auf­nahme auf den Boden des Mod­ells posi­tion­iert. Diese Frosch­per­spek­tive bildet Objekte in Vorder­grund und Mitte eines Fotos über­groß ab.

Nun über­ragt der Muse­ums­bau das gesamte Stadtvier­tel. Der Tech­nik­turm der Weimarhalle wirkt daneben wie ein Zwerg. Lediglich der Turm der Jacob­skirche ist noch größer als die Mod­el­l­land­schaft.
Freilich fehlen auch die Höhenangaben nicht. Die irri­tieren dann vol­lends.

Wenn man es nicht besser wüsste, kön­nte das Ganze als Mod­ell­si­t­u­a­tion für ein sur­reales Büh­nen­bild durchge­hen.

Und auch in der Rubrik „Krtik/Vorschläge/Meinungen“ besagter Plat­tform wim­melt es von durchtriebe­nen inge­nieurtech­nis­chen Halb­wahrheiten und dröger Polemik.

In der »Ini­tia­tive Stadt­fo­rum« kom­men durch­weg betagte, aber sehr agile Damen und Her­ren zu Wort. Mit aus­geprägt rück­wärts gewandter Grund­hal­tung.
Auf fatale Art und Weise bestäti­gen sie nun oben­drein noch ein lästiges Klis­chee: Je oller, desto doller.