Von Claus Bach, 13. November 2013, 16:36 Uhr

So heißt die Internetplattform der „Initiative Stadtforum“. Die war bekanntermaßen für die irreführende Visualisierung des zukünftigen Bauhaus-Museums in Weimar verantwortlich.

Ein Blick auf diese Seite lässt nun den besagten Bilderfake vermissen. In der Rubrik „Presse/Zitate“ ist er nicht mehr zu finden. Dafür  prangt er noch in der Rubrik „Kritik/Vorschläge/Meinungen“.

So richtig wurde also nicht wirklich korrigiert. Und es geht noch weiter. Sobald man die Rubrik „Fakten/Geschichte“ besagter Plattform aufruft, ist der Siegerentwurf von Heike Hanada zu sehen. Allerdings in ähnlicher verzerrter Manier wie neulich.

Denn die Modellaufnahme des zukünftigen Museums in seinem Umfeld zeigt erneut eine manipulierte Darstellung des Entwurfs. In dieser Modelllandschaft erhebt sich der Museumsneubau auf das Höhenniveau des Studentenwohnheims „Langer Jacob“.

Kommentiert wird die Aufnahme wie folgt: „Modellaufnahme des eingesetzten Siegerentwurfs, (ausgestellt im Bauhausmuseum am Theaterplatz). Nicht ganz aus Augenhöhe fotografiert“.

Letzteres kann man in der Tat mehr als nur wörtlich nehmen. Denn hier wurde die Digitalkamera gleich mal während der Aufnahme auf den Boden des Modells positioniert. Diese Froschperspektive bildet Objekte in Vordergrund und Mitte eines Fotos übergroß ab.

Nun überragt der Museumsbau das gesamte Stadtviertel. Der Technikturm der Weimarhalle wirkt daneben wie ein Zwerg. Lediglich der Turm der Jacobskirche ist noch größer als die Modelllandschaft.
Freilich fehlen auch die Höhenangaben nicht. Die irritieren dann vollends.

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte das Ganze als Modellsituation für ein surreales Bühnenbild durchgehen.

Und auch in der Rubrik „Krtik/Vorschläge/Meinungen“ besagter Plattform wimmelt es von durchtriebenen ingenieurtechnischen Halbwahrheiten und dröger Polemik.

In der „Initiative Stadtforum“ kommen durchweg betagte, aber sehr agile Damen und Herren zu Wort. Mit ausgeprägt rückwärts gewandter Grundhaltung.
Auf fatale Art und Weise bestätigen sie nun obendrein noch ein lästiges Klischee: Je oller, desto doller.