Von Claus Bach, 7. Oktober 2009, 11:26 Uhr

…der letzte Husten, bemerkte kürzlich ein Pfarrer der evangelischen Kirche Sachsens im TV zur Situation vieler Bürger in der ehemaligen DDR. Und weiter:
“Ging man auf ein Amt, war man dem Personal mehr als nur lästig und störte den Alltag.
In der Tat haben damals viele diese Erfahrung gemacht und sie zwanzig Jahre später schlicht vergessen.
Angesichts ganz anderer Nöte im heutigen “Neufünfland” ist das auch fast verständlich.

Und spätestens, wenn aktuelle Studien zu Arbeitslosigkeit, Einkommensverhältnissen und Kindergartenplätzen in Deutschland eingeblendet werden, grinst uns die Umrisskarte der alten DDR wieder richtig fies an. Das ist gemein.

Denn schließlich war das vor 20 Jahren anders gedacht. Und schneller, als man damals “Blaubeerkuchen” aussprechen konnte, waren plötzlich sämtliche Insignien der vergangenen DDR verschwunden und alle Bürger schon immer Widerstandskämpfer.

Bis auf die jenigen, die offen den Verlust Ihres Heimatlandes beklagten, in dem es allen gut ging – mit niedrigen Lebsenhaltungskosten, gesichertem Arbeitsplatz und so weiter.
Eine heile, künstliche  Puppenstubenwelt, wie geschaffen für Politik-Abstinenzler.

So erklären sich dann auch immerwährende Nostalgiewellen und deren bizarre Auswüchse – wie folgender:
“60 Jahre DDR mit Siegmund Jähn – unser erster Mann im All” wurde jetzt auf die Rückseite des ehemaligen DDR – Fünf-Mark-Stücks geprägt – mit 999er Gold-Auflage.
Die Anzeigenseite einer zeitgenössischen TV-Zeitschrift wirbt mit einer Tausch-Aktion. Na prima. Völlig surreal.

Das hätte der Alt – DDR den endgültig wirtschaftlichen Gandenstoss verpaßt.
Die hieß übrigens in den Wochen der 89 iger Ausreisewellen nur noch “Der Dämliche Rest” – was schon Monate später zur klassischen Fußnote der Geschichte wurde.

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