Von Claus Bach, 12. September 2014, 12:09 Uhr

Das war wohl die Devise, nach der die extra großen Wahlplakate von SPD und der Grünen Partei auf dem Weimarer Buchenwaldplatz installiert wurden. Nun stellte sich diese Instinktlosigkeit als Orientierungspanne der ausführenden Werbefirma heraus. Die hatte den Platz als Teil der anliegenden Carl – August – Allee begriffen. Nun musste die Sichtwerbung entfernt werden.

Und das ist nicht die einzige Panne im aktuellen Wahlkampf:
So ließ sich die Landesmutter und CDU – Kandidatin Christine Lieberknecht im Kreise von Schülern in einem Gymnasium ablichten. Zur späteren Verwendung als Motiv fürs Wahlplakat. Dumm nur, dass Parteienreklame in öffentlichen Gebäuden strikt untersagt ist.
Das jedenfalls sagt Paragraf 56 Absatz 3 des Thüringer Schulgesetzes.
In diesem Fall allerdings wurde alles vorher rechtens organisiert, betonte der Pressesprecher der Partei. Nach Thüringer Art, wenn man so will:
Erstens sei das Fotoshooting beim zuständigen Schulverwaltungsamt beantragt und vom Landratsamt genehmigt worden.
Zweitens wurde an einem schulfreien Tag in dem Sonneberger Gymnasium fotografiert. Zusätzlicher Verwaltungsaufwand wurde selbstverständlich bezahlt.
Drittens sind keine Schüler des Gymnasiums, sondern Kinder diverser CDU -Parteimitglieder auf dem Foto zu sehen.
Viertens ist die genaue Örtlichkeit besagten Gymnasiums auf dem Motiv nicht auszumachen.
Und letztens sei das billiger, als Teile eines Klassenzimmers aufwendig nachzubauen.
Juristisch mag das alles stimmen. Instinktlos bleibt es trotzdem.
Klarer ausgedrückt:
Wo ein Wille ist, ist auch schon immer ein Gestrüpp gewesen.

Andere Parteien gehen im übrigen noch deutlich rigoroser vor:
Die Wahlkämpfer der NPD bringen ein paar Sachspenden in die Räume der Thüringer Tafel, fotografieren sich vor Ort damit und stellen die Bilder ungefragt auf die Website ihrer Partei.
Das allerdings ist dann nicht mehr nur instinktlos, sondern schlicht kriminell.

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